Tag der offenen Tür in den Hoffnungshäusern Bad Liebenzell - Hoffnungsträger

Tag der offenen Tür in den Hoffnungshäusern Bad Liebenzell

Beide Häuser in
Bad Liebenzell
öffnen Türen

Bald werden die Hoffnungshäuser in der Hindenburgstraße in Bad Liebenzell mit Leben erfüllt sein. Geflüchtete und einheimische Menschen leben dann unter einem Dach. Mit einem Tag der offenen Tür am 27. Januar wurden die Gebäude eingeweiht. Das Interesse der Bürger war riesig. Es herrschte ein großer Andrang, um sich ein Bild von den Häusern zu machen und einen Blick in die Wohnungen zu werfen. Bei voller Belegung können bis zu 50 Personen in den beiden Häusern leben. Die Bewohner ziehen ab 1. Februar ein.

Wo vor neun Monaten noch ein Hang mit grüner Wiese war, stehen jetzt die fertigen Gebäude. In Rekordzeit wurden die beiden Hoffnungshäuser fertig, die durch eine Projektpartnerschaft zwischen der Hoffnungsträger Stiftung aus Leonberg und der Liebenzeller Mission möglich wurden. Die Gebäude entstanden auf einem Grundstück der Liebenzeller Mission. Die Hoffnungsträger Stiftung hat das Geländer gepachtet und trug die Baukosten.

„Mit diesemProjekt ist nicht weniger gelungen als die Quadratur des Kreises“, sagte Norbert Weiser, Dezernent für Jugend, Soziales und Integration beim Landratsamt Calw. Er lobte die vorbildliche Zusammenarbeit mit der Hoffnungsträger Stiftung, der Liebenzeller Mission und der Stadt Bad Liebenzell. Das Projekt und diese Art der Zusammenarbeit sei seines Wissens nach landes- und bundesweit einmalig. Auch der Bad Liebenzeller Bürgermeister Dietmar Fischer hob den Modellcharakter des Projektes hervor: „So wie hier gemeinsam Dinge mit Leichtigkeit und Fröhlichkeit angepackt wurden, musste einfach ein gutes Produkt rauskommen.“ Fischer unterschrieb bei der Eröffnungsfeier den Mietvertrag zwischen der Stadt und der Stiftung. Rund die Hälfte der Wohnungen sind für die nächsten zehn Jahre an die Stadt Bad Liebenzell vermietet. Stiftungsvorstand Marcus Witzke sagte, dass die Eröffnung ein Tag großer Freude sei: „Jeder hat seine Kompetenz eingebracht, damit Hoffnung hier ganz konkret wird.“ Diese Hoffnung sei gleich spürbar, wenn man das Gebäude betrete, sagte Pfarrer Johannes Luithle, Direktor der Liebenzeller Mission.

Neben den Flüchtlingen wohnen Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) sowie Tobias und Sarah Zinser mit ihrer Familie im Hoffnungshaus. Sie sind Mitarbeiter der Liebenzeller Mission und als Projektleiter für die Begleitung des integrativen Wohnkonzepts verantwortlich. Die beiden werden ihre in Afghanistan gewonnen Erfahrungen als Entwicklungshelfer in ihrer neuen Arbeit einbringen und wünschen sich, „dass Freude, Hoffnung und Frieden in diesem Haus wohnen werden“. Menschen mit insgesamt sieben verschiedenen Nationalitäten werden zum Start in die beiden Häuser einziehen. „Wir sind uns bewusst, dass es auch Reibungen geben wird. Aber das gehört zum Leben dazu“, so Tobias Zinser.

Insgesamt bieten die beiden Häuser Platz für elf Wohnungen auf rund 1000 Quadratmetern Wohnfläche. In vier Wohnungen sind die Studenten und die Mitarbeiterfamilie untergebracht, in den übrigen die Geflüchteten. Außerdem gibt es Gemeinschaftsräume und Begegnungsflächen. Die gegenläufigen Balkone ermöglichen eine Kommunikation über die Etagen hinweg.

Ein emotionaler Höhepunkt der Einweihung war das spontane Grußwort einer Nachbarin, die Blumen und einen großen selbst gegossenen Schlüssel überreichte und die Hoffnung auf eine gute Nachbarschaft symbolisierte.