Hoffnungsträger Patenkind Geschichte von Gift - Hoffnungsträger

Bittere Tränen beim Abschied vom Vater

Bittere Tränen
beim Abschied
vom Vater

Gift und ihre Familie in Ndola

Die Begegnungen mit ihrem Vater sind für die sechsjährige Gift aus Ndola (Sambia) seit einiger Zeit besonders tränenreich. „Sie fragt mich jedes Mal aufs Neue, warum er nicht einfach mit uns nach Hause geht“, erzählt ihre Mutter Esnat. „Wenn ich ihr dann sage, warum das nicht geht, wird sie sehr traurig und fängt an zu weinen.“ Gifts Vater sitzt im Gefängnis und hat noch eine Haftzeit von sieben Jahren vor sich. 2013 war er zu insgesamt zehn Jahren verurteilt worden.

Wenigstens will der Mann den Kontakt zu seinen Kindern aufrechterhalten. Das ist nicht bei allen Gefangenen selbstverständlich. Viele möchten nicht, dass ihre Mädchen und Jungen sie hinter Gittern sehen. Nicht selten zerbrechen Familien an dieser Entfremdung.

In jedem Fall lassen die Männer unschuldige Kinder und Frauen zurück, die stigmatisiert sind und häufig in wirtschaftliche Not geraten. So erging es auch Esnat mit ihren vier Kindern. Das Geld, das sie als Verkäuferin verdient, reicht nicht zum Leben. Als ihr Mann ins Gefängnis kam, musste sie mit ihren zwei Töchtern und zwei Söhnen zur Schwiegermutter ziehen.

Dass die Familie dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, liegt am Patenkind-Programm der Hoffnungsträger. Gift, ihr großer Bruder Kennedy (11 Jahre) und ihre große Schwester Josephine (9 Jahre) können dank der Unterstützung von Paten zur Schule gehen, bekommen regelmäßig Lebensmittelpakete, werden emotional von Sozialarbeitern unterstützt und erhalten medizinische Versorgung. „Wir sind so dankbar für die Paten und ihre Unterstützung“, sagt Esnat. Ihr jüngster Spross ist vier Jahre alt und wird aufgenommen, sobald auch er in die Schule kommt.

Die drei ältesten Kinder schmieden bereits eifrig Pläne für später. „Ich will Menschen helfen und Arzt werden“, erzählt Kennedy. Ganz so hoch hinaus möchten seine beiden Schwestern Gift und Josephine nicht. Aber zumindest die gleiche Branche soll es sein. „Krankenschwester“, antworten sie schüchtern auf die Frage nach ihrem Berufswunsch. Ihre Mutter Esnat ist stolz auf ihre Kinder und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass deren Träume in Erfüllung gehen. Doch sie weiß: Bis es soweit ist, wird es noch viele tränenreiche Abschiede vom Vater am Gefängnistor geben.

Axel Jeroma

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