Chitalu Bwalya aus Sambia: So hilft eine Patenschaft - Hoffnungsträger

Chitalu Bwalya aus Sambia: So hilft eine Patenschaft

Chitalu Bwalya managt das Patenprogramm bei Prison Fellowship Sambia, der Partnerorganisation von Hoffnungsträger, die vor Ort die Patenkinder betreut. Im Interview erzählt der studierte Sozialarbeiter, warum ihn seine Arbeit so erfüllt und was eine Patenschaft für eine Familie von Gefangenen bedeutet.

Chitalu Bwalya ist 28 Jahre alt. Er arbeitet seit fünf Jahren bei Prison Fellowship Sambia in Ndola, der drittgrößten Stadt des Landes, in der die Hoffnungsträger-Partnerorganisation ihren Sitz hat.  

Wie gestaltet sich dein Alltag? 

An einem typischen Tag besuche ich die Familien im Patenprogramm, die von uns und unseren Sozialarbeitern unterstützt werden. Wir gehen bei den Familien zu Hause vorbei, um zu sehen, ob es den Kindern gut geht, und schauen, welche Bedürfnisse die Familien haben. Außerdem bereite ich Informationen über die Patenkinder und das Programm auf, die wir an unsere Paten weitergeben. Dazu werte ich Daten aus und aktualisiere sie.  

Eine andere meiner Tätigkeiten ist es, mit den Angehörigen im Gefängnis zu sprechen. Ich informiere sie über die Situation ihrer Familien zu Hause. Zudem sensibilisiere ich auch die Sozialarbeiter für die besondere Aufgabe, die ihnen zukommt, wenn sie Familien von Strafgefangenen begleiten, und was das in Bezug auf ihre psychisch-emotionale Gesundheit bedeutet.

 

Der Innenhof von Prison Fellowship Sambia in Ndola
Programmleiter Chitalu Bwalya in seinem Büro

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? 

Die gute Zusammenarbeit ist das, was ich an meiner Arbeit am meisten liebe. Alle Mitarbeiter von Prison Fellowship teilen eine Vision und sind sehr engagiert. Es gefällt mir, dass unsere Arbeit bei den Familien und den Gemeinden Wirkung zeigt. Wir können sehen, wie sich ihr Leben zum Guten verändert.  

Mir ist es auch ein Anliegen, dass sich das Team auf der Arbeit wohlfühlt. Wir alle haben viel Mitspracherecht, was die Zusammenarbeit angeht. Wir unterstützen uns gegenseitig und arbeiten als Team für eine bessere Zukunft.  

Hier im Büro laufen alle Informationen zusammen

Was sind die Bedürfnisse der Familien, deren Angehörige im Gefängnis sind? 

Kinder von Gefangenen brauchen vor allem Bildung. Die Sozialarbeiter kümmern sich darum, dass die Kinder in die Schule gehen, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können und nicht in den Teufelskreislauf der Kriminalität geraten. Manche Kinder brauchen Kleidung oder auch Essen, weil nicht alle Familien genügend Einkommen haben, um ihre Kinder ausreichend zu versorgen. 

Hilf in Sambia

Wie ist die Reaktion der Familien auf das Patenprogramm? 

Viele Erziehungsberechtigte sind erstmal überwältigt, wenn ihre Familie ins Programm aufgenommen wird. Denn mit dieser Art von Hilfe hätten sie niemals im Leben gerechnet. Für die Familien ist die Teilnahme am Patenschafts-Programm eine Gebetserhörung. Oft können sie ihr Glück kaum fassen. 

Patenkind Ezukanji ist froh, zur Schule gehen zu können.
Die Familie von Ezukanji bekommt regelmäßig Besuch von Sozialarbeitern von Prison Fellowship. Ezukanji und ihr Bruder Michael leben bei ihrer Großmutter und werden beide durch das Programm unterstützt.

Inwieweit hilft ihnen das Patenprogramm? 

Es greift dort ein, wo Familien Mangel erleben. Das Wichtigste allerdings bleibt die Bildung. Viele Kinder von Gefangenen gehen nicht zur Schule weil sie sich die Schulgebühren oder Lernmaterialien nicht leisten können. Mit der Patenschaft sind sie in der Lage, endlich die Schule zu besuchen.  

Zudem machen es Zusatzspenden von Paten möglich, dass Familien sich z.B. in Form eines kleinen Kaufladens selbst versorgen und somit auf eigenen Beinen stehen können.  

Diese Zusatzspenden überweisen Paten meistens anlässlich des Geburtstages des Patenkindes, was den Familien in ihren schwierigen Situationen unglaublich hilft. Sie werden dort eingesetzt, wo die Not innerhalb der Familie am größten ist. 

Hilf in Sambia

Wie wird den Familien im Bereich Ernährung geholfen? 

Für den dringenden Bedarf geben wir Essenspakete aus. Aber das hilft nur kurzfristig. Langfristig helfen wir den Familien durch Nutzung der Landwirtschaft und Ackerbaus sich selbst zu versorgen. 

Borniface und seine Familie haben durch das Patenprogramm Hilfe bekommen, einen kleinen Gemüsegarten anzulegen.

Wie helft ihr den Familien in Hinsicht auf Sicherheit? 

Wir sensibilisieren die Erziehungsberechtigten und die Kinder hinsichtlich Kindesmissbrauch und Kinderrechte. Außerdem helfen wir, ihre Unterkünfte auszubauen und zu verbessern, damit sie in einem sicheren Umfeld leben. 

Wir schulen Familien darin, wie sie sich in ihrem Umfeld schützen können, weisen auf Gefahren hin und zeigen ihnen z.B., wie sie sich in Gefahrensituationen zu verhalten haben. 

Was unternehmt ihr im Bereich Bildung? 

Wir versuchen ein Umfeld für die Kinder zu schaffen, in welchem sie eigenständig und ungestört lernen können. Zudem möchten wir ihnen aufzeigen, wie wichtig Bildung für ihre Zukunft ist und welche Chancen sie ergreifen können. Außerdem unterstützen wir gegebenenfalls durch Schulgeld. 

Und wie sieht es mit sozialen Bedürfnissen aus? 

Wir organisieren regelmäßig Events für die Kinder, bei denen sie sich mit anderen Kindern von Gefangenen austauschen können. Das fördert die soziale Gemeinschaft und stärkt vor allem ihr Selbstbewusstsein.  

Hilf in Sambia
Sozialarbeiter Jack (links) schaut nach den Patenkindern Boniface und Faides. Sie leben bei ihrer Mutter. Ihr Vater musste schon zum zweiten Mal ins Gefängnis.
Die Oma von Ezukanji kocht hinterm Haus ihr Essen.

Was war das Eindrucksvollste, das du bislang erlebt hast beim Patenprogramm? 

Eine besondere Geschichte ist die eines Kindes, das durch das Patenprogramm die weiterführende Schule beendet hat und danach an die Hochschule gegangen ist, um dort zu studieren. So etwas gab es vorher noch nicht im Programm. Und es wird das erste Mal sein, dass eines der Kinder von einem Gefangenen ein Studium abschließen wird. 

Vielen Dank, dass du diese Erfahrungen und Eindrücke mit uns teilst, Chitalu. Für deine weitere Arbeit wünschen wir dir alles Gute und viel Kraft!

Hilf in Sambia

So hilfst du als Pate

So hilft deine
Paten
schaft:

Deine Patenschaft stellt sicher, dass dein Patenkind ausreichend zu essen und medizinische Versorgung erhält.

Deine Patenschaft sorgt für ein sicheres Umfeld, das dein Patenkind schützt und wahrnimmt.

Durch deine Hilfe erhält dein Patenkind einen Schulplatz. So ermöglichst du ihm Bildung und die Entfaltung seiner Potentiale für eine bessere Zukunft.

Hoffnungsträger Patenkind ist verlässlich für die Kinder da und findet sie super. Wird das Elternteil aus der Haft entlassen, bleiben wir weiter dran.

Durch deine Unterstützung lässt du ein Kind wissen: Ich sehe dich! Ich bin für dich da! Gleichzeitig wird dein Patenkind zum Hoffnungsträger für viele, die miterleben: Hoffnung verändert Leben.

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