Schulische Unterstützung Zuhause: für Kinder geflüchteter Familien. - Hoffnungsträger
Hausaufgabenbetreuung mit Abstand zu Corona-Zeiten für Schulkinder im Hoffnungshaus leonberg

Schulische Unterstützung Zuhause: für Kinder geflüchteter Familien.

Zu Hause für die Schule lernen: Das ist keine leichte Aufgabe. Schon gar nicht für die Kinder geflüchteter Familien, für die der Lehrstoff und die deutsche Sprache ohnehin eine große Herausforderung darstellt. In den Hoffnungshäusern werden geflüchtete Kinder bei ihren Aufgaben unterstützt – ein wichtiges Projekt, das auch die Beurer Stiftung fördert.

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Die schulpflichtigen geflüchteten Kinder im integrativen Wohnkonzept „Hoffnungshaus“ in Leonberg, Baden-Württemberg werden grundsätzlich durch eine regelmäßige Hausaufgabenbetreuung in ihrer schulischen Laufbahn begleitet.

Mit der Schulschließung in Baden-Württemberg ab dem 16. Dezember 2020 wurde das Angebot um die Begleitung im Homeschooling erweitert. Mittlerweile werden 10 Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren mehrmals die Woche durch Hauptamtliche und Ehrenamtliche des Hoffnungshauses beim Homeschooling und der Hausaufgabenbetreuung unterstützt.

Vor allem die GrundschülerInnen benötigen viel Unterstützung in der Strukturierung der Aufgaben und zunehmend auch in Motivation und Disziplin. – Lea Schmid (BDLerin im Hoffnungshaus Leonberg)

Gute Voraussetzungen wären dabei eine geregelte Routine, wie das Einhalten einer festen Uhrzeit und eines bestimmten Ortes sowie Ordnung und Struktur am Lernplatz und bei der Erledigung der Aufgaben, meint Lea Schmid. Die Rolle des Erwachsenen besteht darin, Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen, bei Fragen verfügbar zu sein und vor allem Wertschätzung widerzuspiegeln, erklärt sie.

In Zeiten, in denen alle GrundschülerInnen wieder zur Schule gehen durften, wie es etwa ab Mitte März 2021 für einige Wochen der Fall war, wurden die Kinder weiterhin in Hausaufgabenhilfe und individueller Nachhilfe betreut.

Hausaufgabenbetreuung mit Abstand zu Corona-Zeiten für Schulkinder im Hoffnungshaus leonberg
Die Hausaufgabenbetreuung für schulpflichtigen, geflüchteten Kinder in den Hoffnungshäusern wurde durch die Begleitung im Homeschooling erweitert.

Schwierige Zeiten auch für geflüchtete Eltern

Bei den älteren SchülerInnen sind die geflüchteten Eltern durch die fachliche Komplexität der Hausaufgaben meist noch mehr überfordert als bei GrundschülerInnen. Mittlerweile helfen daher 6 Ehrenamtliche und 3 Hauptamtliche regelmäßig und individuell bei den Hausaufgaben.

Durch die Förderung der Beurer Stiftung konnte gewährleistet werden, dass die geflüchteten SchülerInnen des Hoffnungshauses in der Schule mithalten konnten. Dies hat neben den schulischen Erfolgen auch einen signifikanten Einfluss auf die Stabilisierung und Weiterentwicklung des eigenen Selbstwerts der geflüchteten Kinder.

Aufgrund der unklaren Corona-Situation wird die ursprünglich nur bis April geplante intensive Hausaufgabenbetreuung bis Juli 2021 verlängert.

Externe Schülerhilfe

Die erfolgreiche professionelle Schülernachhilfe wurde im Januar 2021 für eine junge geflüchtete Schülerin fortgesetzt. Bis zu ihrem Abschluss im Juni 2021 bekommt sie professionelle Nachhilfe im Fach Deutsch.

Die Schülerin hat sich mittlerweile an einigen Schulen für ihr Fachabitur beworben und befindet sich mitten in den Abschlussprüfungen.

Nach eigener Aussage hat die Nachhilfe im Fach Deutsch auch zu Verbesserungen in anderen Fächern, wie z. B. Mathematik, geführt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Nachhilfe zu einer signifikanten Steigerung des Wortschatzes geführt hat. Durch neu erlernte Wörter kann sie nun die Aufgabenstellungen besser verstehen.

Die Schülerin vereinbart die Nachhilfetermine selbstständig und nimmt diese auch sehr gewissenhaft wahr. Die Eltern freuen sich sehr über die positive Auswirkung der Nachhilfe bei ihrer Tochter.

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In den Gruppenterminen haben sich die Kinder unter anderem mit Optik (Fernglas, Mikroskop) und kleinen Holzprojekten (Stiftehalter, Flugzeug, leuchtende Weihnachtssterne) beschäftigt.

Technik-AG für Kinder (Fortführung)

Die Technik-AG erfreut sich bei den Kindern im Hoffnungshaus weiterhin sehr großer Beliebtheit. Es wurden wieder Themen mit starkem MINT-Bezug behandelt oder auch handwerkliche Projekte durchgeführt.

An den Gruppenterminen haben sich die Kinder unter anderem mit Optik (Fernglas, Mikroskop) und kleinen Holzprojekten (Stiftehalter, Flugzeug, leuchtende Weihnachtssterne) beschäftigt. Aufgrund von Corona gab es auch kleine Challenges für zu Hause, wie zum Beispiel die Aufgabe, eine Büroklammer schwimmen zu lassen.

Die älteren Kinder haben bei Projekten wie einem Esstischbau oder auch dem Bau von Werkbänken weitere handwerkliche Kompetenzen dazugewonnen. Hierbei wurde im Frühjahr coronakonform in Kleingruppen gearbeitet.

Sobald die Corona-Regeln es zulassen, wird die Technik-AG wieder wöchentlich in größeren Gruppen fortgesetzt.


Kinder fördern, damit sie gut durch die Pandemie kommen

Dass dieses wichtige Projekt weiterhin umgesetzt werden kann und das Mehr an Förderbedarf für Schüler in der Pandemie aufgefangen werden kann, haben wir auch Unterstützern zu verdanken.

Wir danken der Beurer Stiftung für die Förderung diverser Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Frauen in den Hoffnungshäusern.

Gefördert wurden unter anderem die Kosten …

  • der Materialien für die Hausaufgabenbetreuung
  • der Gehälter von Hauptamtlichen sowie Ehrenamtlichen-Pauschalen
  • für externe Schülerhilfen
  • zur Fortführung der Technik-AG (Sachkosten wie z. B. Holz, Farbe etc. für ein Vogelhausbau-Projekt oder Technik-Bau-Kits)
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