Netzwerktreffen der Flüchtlingshilfe in Bosnien - Hoffnungsträger

Netzwerktreffen der Geflüchtetenhilfe in Bosnien

Mitarbeiter von Hoffnungsträger aus dem Bereich Nationale Programme waren im Februar in Sarajevo beim Refugee Highway Partnership, einem Netzwerktreffen der christlichen Geflüchtetenhilfe aus ganz Europa. Ein Blick über den Tellerrand.

Sarajevo, Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Ein malerischer Ort für ein Treffen von Menschen, die sich im christlichen Kontext in ganz Europa für Geflüchtete einsetzen. Ein schönes Setting für einen ernsten Anlass. Denn die Stimmung ist europaweit mit dem Erstarken der Populisten alles andere als migrantenfreundlich. In vielen Fällen geschieht die Unterstützung von Geflüchteten auf Initiative von zivilem Engagement oder dem von Kirchen, Gemeinden und christlichen Institutionen.

Etwa 200 Personen aus ganz Europa nahmen dieses Jahr am RHP teil

Unterschiedliche Voraussetzungen

Mit dem Refugee Highway Partnership (RHP) haben Christen aus ganz Europa ein Netzwerk ins Leben gerufen, indem sie sich über die Unterstützung und Hilfe von Geflüchteten austauschen. Es geht nicht nur um einen Wissensaustausch, sondern auch um Inspiration, gemeinsames Lernen und gegenseitiges Bestärken. Die Voraussetzungen in den verschiedenen Ländern Europas können dabei unterschiedlicher nicht sein: Während Ungarn und Italien ihre Grenzen ganz schließen, sieht es in Deutschland noch recht moderat aus. Eine Herausforderung für Menschen, die aus christlicher Nächstenliebe, aber auch aus Philanthropie helfen wollen.

„Den Menschen im Auftrag der Nächstenliebe auf Augenhöhe und wertschätzend zu begegnen – das hat mich inspiriert.“ Angelika Röhm

Fast 200 Teilnehmer kamen beim diesjährigen Treffen zusammen – so viele wie noch nie seit dem 17-jährigen Bestehen. Jedes Jahr trifft man sich in einem anderen europäischen Land. Was als kleine Tischrunde begann, findet wachsende Resonanz. So nahmen dieses Jahr von Hoffnungsträger Angelika Röhm, Leiterin der Nationalen Programme, und Cathrin Seitz, Standortleiterin im Hoffnungshaus Leonberg, teil.

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Überall in Sarajevo findet man Brunnen mit frischem Trinkwasser

Angelika Röhm war angetan von der Stimmung auf dem Kongress: „Wir haben viel Gedankeninput mitgenommen, was es europaweit schon gibt und wo Bedarf formuliert wurde. Sehr gefreut hat mich, dass es so viele Akteure gibt, die mit einer ähnlichen oder identischen Haltung wie wir Flüchtlingsarbeit machen. Im Auftrag der Nächstenliebe auf Augenhöhe und wertschätzend – die den ganzen Menschen sehen.“

Podiumsdiskussionen und Ausflüge

Neben Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Seminaren – zum Beispiel zu den Themen Identität von Geflüchteten, Fluchtursachen, politische Bestrebungen und Schutzräume für Kinder – gab es auch Ausflüge, bei denen man Sarajevo als multikulturelle Stadt kennenlernen konnte. Dabei war Cathrin Seitz vor allem daran interessiert, mehr über die Vergangenheit der Stadt (die während des Bosnienkriegs vier Jahre lang belagert wurde) zu erfahren: „Wir hatten mehrere Begegnungen mit Menschen, die während des Krieges in Sarajevo gelebt haben, und sie erzählten uns aus ihrem Leben. Das hilft mir, die Geflüchteten, die Ähnliches erlebt haben, besser zu verstehen.“ 

Die Bosnier lieben ihren dunklen, speziell zubereiteten Kaffee
George Kalantzis hat in zahlreichen Flichtlingscamps gearbeitet, er fordert mehr Liebe zum Menschen

Entsprechend geht es Angelika Röhm, wenn sie an die Gespräche mit den anderen Teilnehmern des Netzwerktreffens denkt: „Ich bin beeindruckt von Leuten, die zum Teil alleine im Einsatz sind und wirklich ihre letzte Jacke teilen. Es gab da ein paar Extrembeispiele, die mich stark berührt haben.“ Mit nach Deutschland und in die Arbeit in den Hoffnungshäusern nimmt Angelika Röhm vor allem eines: „Ich merke, dass in mir eine große Dankbarkeit nachhallt, eine Mischung aus Vorrecht und Privileg, bei der Geflüchtetenhilfe in Deutschland mitgestalten zu dürfen. Gleichzeitig spüre ich die große Verantwortung, das gut und weise zu tun.“


INFO:

Der Name „Refugee Highway Partnership“ kommt von der Dachorganisation „Global Refugee Highway Partnership“. Er spielt darauf an, dass Geflüchtete auf Routen rund um den Globus unterwegs sind, die von Hindernissen, Kreuzungen, Hügeln und Tälern gesäumt sind. Als christliches Netzwerk will RHP Verantwortliche, Kirchen und Organisationen verbinden und mobilisieren, die sich für Geflüchtete einsetzen, damit diese Wege und auch das Erreichen eines Ziels so human wie möglich gestaltet werden.

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