Chicken Farming; - Hoffnungsträger

Hilfe zur Selbsthilfe durch „Chicken Farming“

Pünktlich zu Ostern könnt ihr gezielt Familien von Gefangenen in Kambodscha auf ihrem Weg in die Selbstversorgung unterstützen. Mit dem Projekt „Chicken Farming“ wird Familien durch Hühneraufzucht die finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht. Im folgenden Artikel beantworten wir alle wichtigen Fragen dazu.

Ostern ist das Fest des Neubeginns, des Wachstums, einer Zeit, in der gedeihen darf, was gesät wurde. Viele Familien, deren Angehörige im Gefängnis sitzen und die eine schwierige finanzielle Ausgangslage haben, wünschen sich einen Neuanfang. Sie wollen ein unbeschwertes Leben und ökonomische Unabhängigkeit. Mit dem im letzten Jahr gestarteten Projekt „Chicken Farming“ soll Familien in Kambodscha genau das ermöglicht werden: Durch die Aufzucht von Hühnern haben sie die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu generieren oder dieses aufzustocken.

Die Hühnerfarm von Prison Fellowship in Kambodscha. Von hier werden die Starterkits an die Familien verteilt.

Wer kann beim „Chicken Farming“ mitmachen?

Unser Projektpartner in Kambodscha – Prison Fellowship Colombia (PFC) – hat einen Überblick über die Familien von Strafgefangenen, die am Existenzminimum leben und eine dringende zusätzliche Unterstützung benötigen. Sie sind bereits bei PFC registriert und werden unterstützt.

Wie kommen die Familien ins Programm?

Die Sozialarbeiter, die regelmäßig zu den Familien zu Besuch kommen und nachschauen, wie es ihnen geht, informieren die Familien über das Projekt „Chicken Farming“. Auch ehemalige Strafgefangene, die nach der Haft für ihre Familien sorgen wollen, können sich für das Projekt bewerben. Bei Interesse wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Hühneraufzucht erfüllt sind. Dazu gehört beispielsweise genügend Außenfläche, auf der die Hühner gehalten werden können. Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, bekommt der Verantwortliche eine Schulung, in der ihm alles Wichtige zur Hühneraufzucht beigebracht wird.

Wie funktioniert „Chicken Farming“?

Nach dem Kennenlernen und ersten Schulungen helfen PFC-Mitarbeiter den Familien, eine Landfläche von 5 x 5 m für das Hühnergehege vorzubereiten. Dann bekommen sie das Starterkit im Wert von 200 Euro für die Hühneraufzucht, in dem 55 Küken, Futter für vier Monate und das Hühnerhaus inkl. Materialien enthalten sind. 

Hühner und Eier können auf dem Markt und in der Nachbarschaft verkauft werden. Wenn es Schwierigkeiten gibt, können sich die Familien jederzeit an PFC wenden und werden unterstützt. Außerdem können bereits geimpfte und gesunde Hühner für Neuaufzuchten bei der Hühnerfarm von PFC erworben werden. 

In der Nachbarschaft oder auf dem Markt werden die Eier verkauft
Der private Hühnerstall steht auf dem Gelände der Familie.

Welche Erfahrungen gibt es aus dem Projekt?

In einer ersten Testphase vom „Chicken Farming“ gibt es durchweg positive Erfahrungen. Die Mutter Sovann*, der Vater Sakngea* und Oma Chanton* sind unter den ersten 13 Familien, die von PFC in der Hühneraufzucht unterstützt wurden:

Von der alleinerziehenden Mutter zur selbstbewussten Unternehmerin

Sovann*, 44 Jahre alt, beweist, dass die Möglichkeit der Hühneraufzucht nicht nur zu mehr ökonomischer Sorglosigkeit, sondern auch zu einem anderen Selbstbewusstsein führen kann. Für die Mutter brach die Welt zusammen, als ihr Mann festgenommen wurde: „Ich musste hart arbeiten, um für die Kinder und mich zu sorgen. So gerne wollte ich den Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Aber bald musste ich feststellen, dass ich auch durch meine Stellung als Frau gar nicht die Möglichkeit habe, genügend zu verdienen.“

„Ich bin selbstständig in der Lage, uns zu ernähren, und meine Kinder können sorglos zur Schule gehen.“ Sovann*, 44-jährige Mutter

Die Aufnahme ins Patenprogramm von PFC und anschließende Weiterbildung zur Hühnerlandwirtin brachte für Sovann ein neues Selbstverständnis: „Ich bin so froh, dass wir durch die Hühner mehr Einkommen haben. Es ist ein schönes, kleines Geschäft und es hat unsere Lebensverhältnisse erheblich verbessert. Ich bin selbstständig in der Lage, uns zu ernähren, und meine Kinder können sorglos zur Schule gehen.“

Allerdings ist die Aufzucht der Hühner für sie nicht immer ein leichtes Unterfangen: „Der Job verlangt mir einiges ab, aber ich schaffe das, weil ich regelmäßig durch Mitarbeiter von PFC unterstützt werde. Ich kann meinen Dank kaum in Worte fassen. Jetzt haben wir endlich genügend Geld für Essen und Schulsachen.“

Vom hoffnungslosen Ex-Häftling zum stolzen Familienvater

Als Sakngea*, 34 Jahre alt, aus dem Gefängnis kam, hatte er keine Perspektive. Wie sollte er als ehemaliger Häftling für seine vierköpfige Familie sorgen? Es fiel ihm schwer, eine Arbeit zu finden. Zudem wohnten er und seine Familie in einem schwierigen Stadtviertel, in dem es viel Kriminalität gab – bis er von dem Projekt „Chicken Farming“ hörte und mit PFC Kontakt aufnahm.

Oma Chanton* und ihr Neffe Nhea* können sich durch die Hühner ein besseres Leben leisten.
Interessierte Familien werden von PFC-Mitarbeitern beraten

Sakngea wurde ins Programm aufgenommen, bekam eine Schulung und weitere wichtige Dinge, Hühner und Materialien, um eine eigene Hühneraufzucht zu betreiben. Die Hilfe ermöglichte für Sakngea und seine Familie eine Wende um 180 Grad. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte der junge Mann Zukunftspläne entwickeln: „Ohne das Hühneraufzuchtprogramm von PFC würde unser Leben komplett anders aussehen. Wir würden nach wie vor in sehr schlechten Bedingungen leben und ich könnte nicht bei meiner Familie sein, meine Kinder könnten nicht zur Schule gehen. Durch die Unterstützung und Hilfe von PFC durch die Hühner, Küken, Futter, Materialien, Medizin usw. fühlt sich mein Leben wieder hoffnungsvoll an. Und das Beste: Meine Kinder haben durch ihre Bildung die Möglichkeit, viel offener und positiver durchs Leben zu gehen.“

Oma Chanton* und ihre Hühner

Nheans* (13) Eltern sitzen im Gefängnis, er wächst deshalb bei seiner Oma Chanton* (66) auf. Chanton arbeitet hart, um Nhean und seine Geschwister zu versorgen, doch es reicht kaum zum Leben. Nach einem Besuch unserer Partnerorganisation Prison Fellowship Cambodia war klar, dass diese Familie am Projekt „Chicken Farming“ teilnimmt.

Nhean und Chanton freuen sich riesig, nun mit der Hühneraufzucht ein eigenes kleines Unternehmen zu haben. „Anfangs wirkte es schwierig, mit der Hühneraufzucht zu beginnen, aber ich versuche mein Bestes mit der Unterstützung von Prison Fellowship Cambodia“, sagt Chanton. Sie fährt fort: „Mit der Hühnerzucht hoffe ich, dass ich für meine Familie, besonders für meine Enkelkinder, etwas sparen kann."

* Die Namen wurden zum Schutz der Protagonisten geändert 

Wenn die Kücken aufgezogen sind, bringen Hühner und Eier gewinnbringende Erträge auf dem Markt.

Entwicklung im Rückblick

Nach einem erfolgreichen Testmonat im September 2018 ist das Projekt „Chicken Farming“ im Oktober 2018 an den Start gegangen. Seither wurden 21 Familien bewertet und 13 Familien haben Hühner und Schulungen erhalten. Das gesponserte Projekt hat positiven Einfluss:

  • 13 Familien erlernen die Techniken der Hühneraufzucht und teilen ihr Wissen mit anderen.
  • Die direkten Lebensbedingungen von diesen 13 Familien werden verbessert.
  • Die Kinder erhalten dadurch ausreichend Schulmaterialien.
  • Weil sie nun selbst für ihre Familien sorgen können, haben die Erziehungsberechtigten ein besseres Selbstbewusstsein.
  • Dadurch werden Leben und Perspektiven verändert, die Menschen werden zu Hoffnungsträgern.

„Familien erhalten die Chance, nicht mehr nur Empfänger zu sein, sondern selbst aktiv zu werden. Dabei werden sie geschult und von Profis begleitet." – Marcus Witzke, Vorstand Hoffnungsträger

Glückliches Huhn in Kambodscha – © Florian Maier
Vorstand Marcus Witzke zu Besuch beim Projekt „Chicken Farming“

Sei du auch Teil der Veränderung und mach mit bei der Hoffnungsträger-Osteraktion.

Indem du ein Starterkit zum „Chicken Farming” für eine Familie finanzierst, verhilfst du ihr zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit.

Die Aktion geht vom 1. bis 30. April.

Starterkit – das ist drin:

  • 55 Küken
  • Futter für vier Monate
  • ein Hühnerhaus inkl. Materialien
  • eine Schulung für die Familie

So geht's:

Spende den zutreffenden Betrag (entweder 200 oder 50 Euro) und gib bei "Anderer Spendenbetreff" im Formular auf unserer Website das Stichwort „Osteraktion 2019“ an.

  • Starterkit „Chicken Farming“ = 200 Euro
  • Anteiliges* Starterkit „Chicken Farming“ = 50 Euro
    (*Du und drei weitere Spender finanzieren gemeinsam ein Starterkit)

HIER KANNST DU SPENDEN


Durch eine Patenschaft kannst du das Leben von Familien und Kindern von Strafgefangenen auch langfristig unterstützen:

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