Indien - Hoffnungsträger

Hoffnungsträger Patenkind Indien

Indien

Die Kinder von Gefangenen haben es in der traditionellen indischen Gesellschaft sehr schwer. Sie werden stigmatisiert, ausgegrenzt und leben in bitterer Armut, wenn ihnen niemand hilft. Vor allem die Mädchen verlieren bereits im Teenageralter jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie sind bereits unter normalen Umständen gegenüber Jungen benachteiligt und in Augen vieler weniger wertvoll. Wenn dann der Vater im Gefängnis sitzt, ist alles noch schlimmer.

Deswegen setzt sich Hoffnungsträger Patenkind in Indien ganz besonders für Mädchen und junge Frauen ein. Aber nicht ausschließlich. Gerne vermitteln wir auch Jungen eine Patin oder einen Paten. Wichtig ist, dass vielen Kindern von Gefangenen geholfen wird und sie wieder Perspektiven für ihr Leben bekommen.

Indien steht in der Liste der bevölkerungsreichsten Länder der Welt auf Platz zwei. Die Einwohnerzahl liegt aktuell bei 1,3 Milliarden Menschen und wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Aus diesem Grund wirkt die Zahl der Kinder von Strafgefangenen mit etwa 695.000 auf den ersten Blick enorm. Man muss sie jedoch ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzen. Dennoch ist die Not zweifellos groß. Hoffnungsträger Patenkind fokussiert sich zunächst auf fünf der insgesamt 29 indischen Bundesstaaten. Es handelt sich um Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala, Maharashtra und Tamil Nadu. Sie liegen in der Mitte und im Süden des Landes.

Frauengruppe

Ein guter Schulabschluss ist gerade für Mädchen oft die einzige Chance, die Fesseln der traditionellen indischen Gesellschaft abstreifen können. Das gilt umso mehr, wenn der Vater im Gefängnis sitzt. Hoffnungsträger Patenkind legt deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Bildung der Kinder, die sich im Programm befinden.

Warum die Kinder von Gefangenen und ihre Mütter mit starken Widerständen zu kämpfen haben, erzählt Ravi Rao, leitender Mitarbeiter des Hoffnungsträger-Partners Prison Fellowship. Er ist selbst Inder und kennt die Schicksale vieler dieser Familien.

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Untersuchung im Camp

So funktioniert Hoffnungsträger Patenkind in Indien:

Einmal im Monat erhält die oder der Erziehungsberechtigte einen finanziellen Zuschuss für die Kinder. Dadurch abgedeckt sind Kosten für Essen, die Schule und Hygieneartikel. Fieldworker besuchen die Kinder zu Hause. Sie vergewissert sich, dass die Mädchen und Jungen nach wie vor am angegebenen Ort leben, ordentlich versorgt werden und sich in einem geschützten Umfeld bewegen. Außerdem achten sie auf den Schulbesuch. Die Fieldworker stehen dazu regelmäßig in telefonischem Kontakt mit den Familie und den Schulen. Bei diesen Telefonaten erkundigen sie sich auch nach etwaigen Problemen in der Familie oder ihrem Umfeld, die schnell gelöst werden müssen. Umgekehrt sind die Fieldworker jederzeit für die Kinder zu erreichen, falls sie zum Beispiel dringend ärztliche Hilfe brauchen.

Einmal im Jahr bekommen die Kinder bei einer öffentlichen Veranstaltung in ihrer Region ihr Schulmaterial überreicht. Ebenfalls einmal pro Jahr findet ein Camp für die Kinder und ihre Erziehungsberechtigten mit Fieldworkern aus einem bestimmten Gebiet statt. Dort gibt es Tipps zu Erziehungsfragen und dem Schutz der Kinder, medizinische Checks, zahnärztliche Untersuchungen, Hygiene-Schulungen sowie Angebote für Sport und Gemeinschaft.

Kindergruppe im Camp

Die Kinder von Gefangenen in Indien teilen ein trauriges Schicksal miteinander. Weite Teile der Gesellschaft verurteilen sie für die Vergehen ihrer Väter und Mütter gleich mit und lassen sie büßen. Das macht sie verletzlich. Sie sind von Armut, Missbrauch und Zwangsarbeit bedroht. Ihnen neue Hoffnung zu schenken, ist unser Herzensanliegen. Wie sehr sich der Einsatz lohnt, zeigt die Geschichte von Nehela.

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