Friedensbotschafter zu Gast bei der Hoffnungsträger Stiftung - Hoffnungsträger

Versöhnung nach blutigen Konflikten

Versöhnung
nach blutigen
Konflikten

Delegation in Leonberg
Die internationale Delegation zusammen mit Stiftungsgründer Tobias Merckle (hinten rechts) – © Jeroma
Delegation in Berlin
Vor dem Besuch des Bundestages in Berlin

Wie ist ein friedliches Zusammenleben in Ländern möglich, in denen ein Völkermord und ein bewaffneter Konflikt die Gesellschaft auseinandergerissen hat? Darüber haben sich dieser Tage hochrangige Friedenbotschafter aus Ruanda und Kolumbien unter anderem mit Politikern des Deutschen Bundestages und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen in Berlin ausgetauscht. Zuvor war die Delegation in Leonberg bei den Hoffnungsträgern zu Gast. Die Stiftung unterstützt Versöhnungsprojekte in beiden Ländern.

Bei den Besuchern handelte es sich um Bischof John Rucyahana (Präsident von Ruandas National Unity and Reconciliation Commission, Mitglied Beraterkreis des Präsidenten und Vorstandsvorsitzender von Prison Fellowship Ruanda), Deogratias Gashagaza (Geschäftsführer von Prison Fellowship Ruanda), Margarita Restrepo (Mitglied im kolumbianischen Repräsentantenhaus) und Lácides Hernández (Präsident von Prison Fellowship Kolumbien).

Bischof Gashagaza gründete Prison Fellowship Ruanda. Neben der Arbeit im Gefängnis und der Arbeit mit Familien von Opfern stand Wiedergutmachung und Versöhnung von Anfang an im Mittelpunkt der Bemühungen. Inzwischen sind sieben „Dörfer der Versöhnung“ mit über 600 Häusern entstanden. Dabei haben die Täter von einst geholfen, die Häuser für Opfer und ihre Angehörigen zu bauen und umgekehrt. Inzwischen leben Täter und Opfer friedlich zusammen, haben gemeinsame Kooperativen geschlossen und leben in Versöhnung.

Das ruandische Modell hat der Geschäftsführende Vorstand des Seehaus e. V., Tobias Merckle, vor vier Jahren Francisco Galan, dem ehemaligen Chef der zweitgrößten Guerilla-Organisation in Kolumbien (ELN), und Lácides Hernandez bei einem Deutschlandbesuch vorgestellt. Seit 2015 wird es in abgewandelter Form und mit deutscher Unterstützung in Kolumbien umgesetzt. In bisher fünf „Dörfern der Versöhnung“ nehmen Ex-Guerilleros und Paramilitärs gemeinsam mit Opfern des Konflikts an Versöhnungstreffen teil und bauen zerstörte Infrastruktur wieder auf. Durch die Arbeit für eine bessere Zukunft kommt ein Versöhnungsprozess in Gang, der die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben schafft. Die von Tobias Merckle gegründete Hoffnungsträger Stiftung fördert diesen Friedensprozess in Kolumbien und Ruanda.

Die Abgeordnete Margarita Restrepo setzt sich vor allem für die Rechte von Menschen ein, die als Kinder oder Jugendliche von den Konfliktparteien als Kindersoldaten rekrutiert wurden und berichtet von Wiedereingliederungsprojekten.

In Ruanda sind rund 800.000 Menschen während des Völkermords umgekommen. In Kolumbien starben während des 52 Jahre dauernden Bürgerkrieges mehr als 220.000 Menschen, mehr als fünf Millionen wurden vertrieben. Schreckliches Leid erfuhren viele Kinder und Jugendliche, die von den bewaffneten Gruppen zwangsrekrutiert wurden.

Die Delegationen aus Ruanda und Kolumbien vereinbarten, die Kooperation untereinander sowie mit den deutschen Partnern weiter zu vertiefen.

In der Leonberger Kreiszeitung ist ein Bericht über das Engagement der Hoffnungsträger in Ruanda und Kolumbien erschienen.

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