Schmerzlicher Moment der Einsicht - Hoffnungsträger

Schmerzlicher Moment der Einsicht

Schmerzlicher Moment der Einsicht

Pezho und Shalom daheim
Pezho, Sozialarbeiter Clement, Shalom und Großmutter Eunice

Die Szenerie hat etwas Beklemmendes: Ein hünenhafter Mann sitzt in orangener Häftlingskleidung und barfuß mit Flip-Flops auf einem Stuhl im Besuchsraum eines Gefängnisses von Ndola (Sambia). Sein Blick geht verschämt auf den Boden, als ihm der diensthabende Offizier ins Gewissen redet. „Weil Sie im Gefängnis sind, braucht Ihre Familie die Unterstützung von anderen Menschen. Das sind die Leute, die das alles organisieren“, sagt er und zeigt mit dem ausgebreiteten Arm auf die Sozialarbeiter und das Hoffnungsträger-Team, das an diesem heißen Nachmittag einen Einblick in die Strafanstalt bekommt. Dies ist einer der Momente, in denen der Mann schmerzlich verspürt, was er angerichtet hat. Während er seit zwei Jahren einsitzt, müssen seine Frau und die beiden Mädchen Pezho und Shalom sehen, wie sie ohne ihn klarkommen.

Die Mutter bessert die karge Haushaltskasse mit Putzen auf. Dafür ist sie jeden Tag lange unterwegs. Während sie weg ist, passt Großmutter Eunice auf die dreijährige Pezho und ihre sechsjährige Schwester Shalom auf. „Die beiden machen mir aber überhaupt keine Probleme. Sie spielen gern und treffen sich draußen mit ihren Freunden“, erzählt sie.

Die Familie machte schwere Zeiten durch. „Es gab Tage, an denen wir nicht genug zum Essen hatten. Jetzt hat sich Lage gebessert, weil wir Hilfe bekommen“, sagt die Großmutter. Vor einigen Wochen haben die Hoffnungsträger und ihre Partner vor Ort vom Schicksal der Familie erfahren. Sozialarbeiter Clement besuchte sie und brachte gleich Decken und einige Grundnahrungsmittel wie Bohnen oder Speiseöl mit. „Das hat uns sehr geholfen. Wir sind so dankbar dafür“, berichtet Großmutter Eunice weiter. Seitdem schaut Clement in regelmäßigen Abständen vorbei.

Eine Patenschaft macht die Unterstützung für Kinder wie Pezho und Shalom möglich. Dadurch ist sichergestellt, dass sie ausreichend Lebensmittel und medizinische Versorgung erhalten, in einem sicheren Umfeld aufwachsen, ihre Potenziale entfalten und bei entsprechendem Alter zur Schule gehen können.

Nächstes Jahr wird Pezhos und Shaloms Vater aus dem Gefängnis entlassen. Er sehnt den Tag herbei, an dem er endlich die orangene Häftlingskleidung ausziehen und seine Kinder in Freiheit in die Arme schließen darf. Dann will er sie nie wieder im Stich lassen, verspricht er.

Axel Jeroma

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