Nandhana-Story Indien - Hoffnungsträger

Nandhana lässt sich nicht unterkriegen

Nandhana
lässt sich nicht
unterkriegen

Nandhana Storybild
Nandhana (links) mit ihrer Mutter

Als der Vater und Ehemann ins Gefängnis kam, gerieten die elfjährige Nandhana und ihre Mutter Rajina von einem Tag auf den anderen in große Schwierigkeiten. Der Privatschullehrer war an einer politischen Auseinandersetzung beteiligt, bei der es Tote gab. Das Gericht in Kannur im Bundesstaat Kerela verurteilte ihn aus diesem Grund wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Von dem Gehalt, das der Mann verdient hatte, konnte die Familie gut leben. Das Geld reichte sogar, um ein kleines Haus zu mieten. Plötzlich standen Frau und Tochter vor dem Nichts.

Nachdem sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten, wurden sie aus dem Haus geworfen. Völlig schutzlos waren sie auf sich allein gestellt. Ein Nachbar hatte Mitleid und nahm die beiden bei sich auf. Rajina arbeitet als Tagelöhnerin, um für sich und ihre Tochter zu sorgen. Ihr Leben ist geprägt von vielen Unwägbarkeiten, die ihnen Angst machen. Große Sorgen bereitet vor allem Nandhanas Gesundheitszustand. Ihre Nieren funktionieren nicht mehr richtig, was eine aufwendige Behandlung notwendig macht. Einmal im Monat muss sie dazu ins Krankenhaus nach Mangalore. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sie ihr Augenlicht verliert.

In ihrer schwierigen Situation sind die beiden nicht allein. Neue Hoffnung haben sie vor allem durch ein Paten-Programm bekommen, das die Hoffnungsträger und ihr Partner Prison Fellowship Indien anbieten. Dadurch ist die medizinische Versorgung von Nandhana sichergestellt. Darüber hinaus bekommt die Einserschülerin das Material für den Unterricht. Ihre Mutter erhält einen festen Geldbetrag pro Monat, damit sie sich und ihrer Tochter ausreichend zu essen kaufen kann. Zudem erkundigt sich ein Fieldworker in regelmäßigen Abständen, wie es ihnen geht und ob sie weitere Hilfe benötigen.

Trotz der Widrigkeiten, mit denen die beiden zu kämpfen haben, wollen sie sich nicht unterkriegen lassen. Zu diesem neuen Lebensmut hat die Patenschaft einen enormen Beitrag geleistet. „Wir sind glücklich und unendlich dankbar, dass es Menschen gibt, denen Nandhanas Schicksal nicht gleichgültig ist“, sagt ihre Mutter. In diesem Moment steht ihre Tochter neben ihr und lächelt zufrieden. Es ist ein Bild, der zu Herzen geht.

Axel Jeroma