Lácides Hernández bekommt Leonberger Löwenherz - Hoffnungsträger

Kolumbianer erhält deutschen Preis

Lácides Hernández
bekommt
Leonberger Löwenherz

Tobias Merckle nimmt stellvertretend den Löwenherz-Preis in Empfang (Foto: © Thomas Mögen, Moritz Magazin)

Was haben Michail Gorbatschow und Lácides Hernández gemeinsam? Sie beide haben mit drei anderen Preisträgern das Löwenherz der Leonberger gemeinnützigen Organisation Human Projects erhalten. Lácides Hernández ist Präsident von Prison Fellowship Kolumbien, der Partnerorganisation von Hoffnungsträger in Kolumbien. Stifter Tobias Merckle nahm den Preis am 12. November stellvertretend in der Leonberger Stadthalle entgegen. 

Die Leonberger Hilfsorganisation Human Projects wurde im Januar 2017 gegründet. Der dieses Jahr zum zweiten Mal verliehene Ehrenpreis Löwenherz zeichnet Menschen aus, die sich in besonderer Weise für Frieden, Freiheit, Aufklärung, Integration und eine gerechtere Welt einsetzen. Das Preisgeld von insgesamt 10.000€ ist dafür bestimmt, dass der Preisträger ein Projekt auswählt, das gegen Armut, Hunger, Durst und Gewalt wirkt und mit dem Preisgeld unterstützt wird.  

Lácides Hernández wurde neben Michail Gorbatschow, dem früheren russischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger von 1990, mit dem Löwen ausgezeichnet. Hernández erhielt den Preis für seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen verfeindeten Parteien im seit 52 Jahren andauernden Konflikt Kolumbiens. Seit 25 Jahren engagiert sich Lácides Hernández bei Prison Fellowship Colombia (PFC), Partnerorganisation von Hoffnungsträger in Kolumbien, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzt.  

Prison Fellowship Colombia arbeitet in vielen Gefängnissen rund um Medellín in Kolumbien und hilft den Gefangenen, ihren Familien und Opfern von Kriminalität. Ziel der Arbeit ist eine Versöhnung zwischen Tätern und Opfern, verfeindeten Gruppen und den Kirchen zu erwirken. Zudem setzt sich Lácides Hernández als Präsident von PFC für die ökonomische Entwicklung der Gebiete ein, die während des jahrzehntelangen Konflikts zerstört wurden.  

In einer Danksagung an die Jury schreibt Hernández: „Ich muss Ihnen mitteilen, dass die wahren Preisträger die Opfer und Täter des Konflikts sind, die sich versöhnt haben. (…) Löwenherz ist ein zutreffender Name, um jene zu ehren, die für den Frieden arbeiten. Denn man braucht wirklich ein starkes Herz. Es ist keine leichte Aufgabe, aber sicherlich ist es die größte Genugtuung, wenn wir die Ergebnisse sehen.“  

Weitere Preisträger des Leonberger Löwens sind der deutsche Journalist Franz Alt, der deutsche Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann und der Renninger Pfarrer Franz Pital. Sie alle haben sich in besonderer Weise verdient gemacht.  

Julia Weiß