Kampf um ein Leben in Würde - Hoffnungsträger

Kampf um ein Leben in Würde

Kampf um ein
Leben in Würde

Gemüsestand Ndola
Wasserstelle Ndola
Destille Ndola

Als die Polizei vor fünf Jahren ihren Mann verhaftete, brach für Lilian aus Ndola (Sambia) eine Welt zusammen. Von einem Tag auf den anderen musste sie zusehen, wie sie und ihre Zwillinge Dainess und Jackline allein über die Runden kommen. So wie ihnen ergeht es vielen Angehörigen von Strafgefangenen in dem afrikanischen Land. Wenn der Vater und Ehemann eine Gefängnisstrafe verbüßt, reicht das Geld der Familie nicht mehr für den Lebensunterhalt. Obwohl die Frauen mit viel Fleiß und Kreativität versuchen, die Haushaltskasse aufzubessern und ihren Kindern ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Lilian M. zum Beispiel hat, nachdem ihr Mann zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, einen kleinen Gemüsestand eröffnet. Er wirft jedoch nicht genug ab, um alle Ausgaben zu decken. Ähnlich ergeht es der Mutter von Evelyn. Ihr Haus liegt an einer öffentlichen Wasserstelle. Die lokalen Behörden haben sie beauftragt, von den Leuten das Geld dafür zu kassieren und weiterzuleiten. Andere Frauen wiederum gehen putzen oder arbeiten als Verkäuferin.

Eine besonders pfiffige Idee hatte die Großmutter von Mervis und Lucky. Sie tüftelte aus einfachsten Mitteln eine Destille für Schnaps zusammen. Sie besteht aus einer Feuerstelle, einer großen Wanne, einem Schlauch, einer Plastikfolie und einem Kanister. Produziert wird im Garten neben dem Haus. Die Rezeptur sei ein Familiengeheimnis und werde nicht verraten, so die ältere Dame. Die Nachbarn greifen gerne zu.

Die Einnahmen, die sich aus all diesen Aktivitäten erzielen lassen, sind jedoch häufig nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ohne Unterstützung könnten die Frauen und ihre Kindern auf Dauer nicht bestehen. Dafür gibt es das Patenkind-Programm der Hoffnungsträger.

Mit Hilfe eines engmaschigen Netzes aus Sozialarbeitern und Freiwilligen in den Stadtvierteln erfahren die Partner der Hoffnungsträger in Ndola von den Schicksalen von Kindern, deren Väter im Gefängnis sitzen. Wenn die Kinder ins Paten-Programm aufgenommen sind, schauen die Sozialarbeiter vor Ort regelmäßig nach dem Rechten. Sie kümmern sich darum, dass die Mädchen und Jungen in einem stabilen und geschützten Umfeld leben, medizinisch versorgt werden und bringen Lebensmittel vorbei. Außerdem bieten sie den Kindern die nötige emotionale Unterstützung und helfen ihnen Anschluss an Jugendgruppen zu finden.

Inzwischen tragen bereits etliche Paten aus Deutschland Hoffnung zu Kindern von Gefangenen in Sambia, Kolumbien und Kambodscha. Aber es gibt noch viel zu tun. Deshalb: Tragen Sie mit!

Axel Jeroma

#TRAGMIT