Interview mit Partner in Sambia - Hoffnungsträger

Patenkind-Programm Sambia

Wir retten die
gesamte Familie

teddy einzeln

Um Kinder ausfindig zu machen, deren Vater oder Mutter im Gefängnis sitzt, braucht es Menschen vor Ort, die gut vernetzt sind und hohes Vertrauen genießen. Deshalb kooperieren die Hoffnungsträger beim Patenkind-Programm in Sambia mit Prison Fellowship. Die Organisation hat ihren Sitz in Ndola und kümmert sich seit 1988 um Gefangene und ihre Familien. In einem Interview erläutert Executive Director Teddy Mweetwa, wie er und seine Kollegen vom Schicksal der Kinder erfahren und wie die Hilfe in Gang kommt.

Wie entsteht der erste Kontakt?

Wir betreuen 47 Gefängnisse in Sambia. Manchmal bitten uns Gefangene selbst um Hilfe, weil sie schon lange nichts mehr von ihrer Familie gehört haben oder wissen, dass es ihnen schlecht geht. Darüber hinaus haben wir landesweit ein Netzwerk mit Hunderten von Volunteers, die in ihrer Community Augen und Ohren offen halten. Wenn sie mitbekommen, dass es in ihrer Nähe eine Familie mit Kindern gibt, die wegen der Haft des Vaters in Not geraten ist, sammeln sie erste Informationen und leiten sie an uns weiter.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter führen ein ausführliches Interview mit den Betroffenen – Vater, Mutter und Kindern. Die Gespräche werden schriftlich dokumentiert. Für jedes Kind existiert damit ein Vorgang mit genauen Details über die Familienverhältnisse, den Gesundheitszustand, die Schule sowie zu Hobbys und anderen Freizeitaktivitäten. Er wird laufend aktualisiert. So ist es möglich, jedem Kind zielgerichtet zu helfen.

Was sagen die staatlichen Stellen zur Arbeit?

Man schätzt uns und unseren Einsatz. Wir haben deshalb einen leichten Zugang zu den Gefängnissen. Die maßgeblichen Leute dort kennen und vertrauen uns. Sie wenden sich oft direkt an uns und nicht an Regierungsstellen, wenn es mal Probleme gibt.

Weshalb ist der Kontakt in die Gefängnisse so wichtig?

Weil wir versuchen, die gesamte Familie zu retten. Oft zerbricht sie, wenn es keinen regelmäßigen Kontakt zwischen den Gefangenen und ihren unmittelbaren Angehörigen gibt. Das wollen wir verhindern. Vor allem die Kinder leiden unter der Trennung und dem Stigma, dass der Vater im Gefängnis sitzt. Meist reicht dann auch das Geld nicht mehr für den Lebensunterhalt. Wenn den Kindern nicht geholfen wird, ist die Gefahr groß, dass sie eines Tages selbst auf die schiefe Bahn geraten. Deswegen sind wir dankbar für das Patenkind-Programm der Hoffnungsträger. Dadurch werden die Kinder mit dem Wichtigsten versorgt.

Eine Patenschaft zieht also Kreise?

Richtig. Sie bewirkt einerseits konkrete Hilfe für ein Kind und dessen Familie und ist zugleich Kriminalitätsprävention in einer größeren Community.

Das Gespräch führte Axel Jeroma

Warum wir helfen

In Kolumbien, Sambia und Kambodscha gibt es tausende arme Kinder, von denen mindestens ein Elternteil im Gefängnis sitzt. Das macht sie schnell zu Außenseitern und 5 bis 10-mal wahrscheinlicher, dass sie selbst auch im Gefängnis landen. Einfach nur, weil sie die Kinder ihrer Eltern sind. Viele von ihnen leben in extremer Armut. Sie landen auf der Straße und sind Hunger, Gewalt, sexueller Ausbeutung und Menschenhandel schutzlos ausgeliefert. Es gibt kein soziales System, das sie trägt. Aber mit Hoffnungsträger Patenkind fängst du diese Kinder auf. Mit einem Plan. Mit offenen Armen.

Mehr Infos zum Patenkind-Programm