Interview mit Adam Hutchinson - Hoffnungsträger

Hoffnungsträger Paten schenken Hoffnung und Sicherheit

Paten schenken
Hoffnung und
Sicherheit

Adam in Kambodscha

Das harte Schicksal der Kinder von Strafgefangenen hat Adam Hutchinson nicht losgelassen. Für den Hoffnungsträger-Partner Prison Fellowship entwickelte er deshalb maßgeblich ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Hilfsprogramm. Als Internationaler Direktor der Organisation kümmert sich der Neuseeländer nun um die Umsetzung in den verschiedenen Ländern. In einem Gespräch erläutert er, warum eine Patenschaft das Leben der Kinder verändert und ihnen neue Hoffnung schenkt.

Warum schlägt dein Herz besonders für Kinder von Strafgefangenen?

Auslöser war ein herzzerreißendes Erlebnis. Wir besuchten in Kambodscha einen Mann im Gefängnis. Er bat uns inständig, bei seiner Familie nach dem Rechten zu sehen, weil er lange nichts mehr von ihr gehört hatte. Was wir dort zu Gesicht bekamen, war schrecklich: Die Familie lebte in einem Zelt mitten im Matsch und die Kinder waren voller Abszesse. Niemand kümmerte sich um sie. Meine innere Stimme sagte mir, dass das nicht gerecht ist und man etwas dagegen tun muss.

Aus welchem Grund sollte man besonders diesen Kindern helfen?

Da gibt es eine Menge Gründe. Sie leiden unter doppelter Verarmung. Zur materiellen kommt noch die soziale Armut in Form von Ablehnung und Stigmatisierung hinzu. Das macht diese Kinder besonders verletzlich. Sie haben keine Macht, ihren Status aus eigener Kraft zu verändern. Darüber hinaus sind sie schwer ausfindig zu machen. Das hat zur Folge, dass sie bei klassischen Hilfsangeboten oft durch die Ritzen fallen. Hinzu kommt ihre große Scheu und Vorsicht. Sie glauben im ersten Moment gar nicht daran, dass es eine Organisation gibt, die ihnen wirklich helfen möchte. Eben weil sie in der Vergangenheit so schlechte Erfahrungen gemacht haben. Alleine schaffen es diese Kinder nicht. Sie brauchen jemand, der sie unterstützt und ihnen die Chance auf ein normales Leben ermöglicht.

Weshalb ist eine Patenschaft sinnvoller als eine Einzelspende?

Die Kinder benötigen ein hohes Maß an Sicherheit und langfristige Beziehungen. Sonst ändert sich ihre Situation nicht. Viele haben alle Hoffnung und Träume auf eine gute Zukunft aufgegeben. Ihre kaputten Seelen zu heilen geht nicht von heute auf morgen. Zunächst muss man das Vertrauen der Kinder gewinnen. Dann müssen sie lernen, Hoffnung zuzulassen. Das erfordert aber eine gewisse Stabilität ihrerseits. Danach erst können sie Traumata aufarbeiten und neue Hoffnung zulassen. Eine Patenschaft sichert die notwendige langfristige Begleitung und Betreuung der Kinder.

Wie wird das Geld verwendet, wenn die Kinder noch nicht in die Schule gehen?

Bei Kindern unter fünf Jahren liegt der Fokus auf der Gesundheitsvorsorge. Wenn sie traumatisiert und unterernährt sind, werden sie später keinen Erfolg in der Schule haben. Wir stellen sicher, dass alle Kinder die notwendigen Impfungen und eine ihrem Alter angemessene Ernährung bekommen.

Was sind die größten Gefahren für diese Kinder?

Es geht um Leben oder Tod. Viele werden zum Betteln oder Arbeiten geschickt. Manche enden als Sklaven oder geraten später selbst auf die schiefe Bahn. Sie stecken in einem Teufelskreis aus Armut, Verzweiflung und Kriminalität, aus dem es ohne Hilfe von außen in der Regel kein Entrinnen gibt.

Gibt es Zahlen und Statistiken, die den Erfolg des Patenkind-Programms belegen?

Die Kraft neuer Hoffnung, die jeder Pate einem Kind verleiht, ist schwer in Zahlen messbar. Seit drei Jahren haben wir Zugang zu 4000 Kindern. Wir kennen ihre Sorgen und Nöte. Darüber hinaus hören wir von vielen Familien, wie dankbar sie für die Hilfe sind, weil sie nun versorgt sind und die Kinder zur Schule schicken können. Denn der Ausweg aus der Armut gelingt nur durch gute Bildung. Darauf achten wir besonders.

Aufgezeichnet von Axel Jeroma

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