Hoffnungshaus Rohrackerweg bezogen - Hoffnungsträger

Hoffnungshaus öffnet Türen für Anwohner

Hoffnungshaus
öffnet Türen
für Anwohner

Ins Hoffnungshaus im Rohrackerweg im Esslinger Ortsteil Berkheim sind am 13. November die ersten Bewohner eingezogen. Es ist nach der Flandernstraße der zweite Hoffnungshaus-Standort in der Stadt. Bei den Hoffnungshäusern handelt es sich um ein integratives Wohnen für Geflüchtete und Einheimische. Am Samstag davor konnten sich Anwohner und Interessierte bei einem Tag der offenen Tür einen Eindruck von dem Gemeinschaftsprojekt der Stadt Esslingen, des CVJM Esslingen und der Hoffnungsträger Stiftung aus Leonberg verschaffen.

Seit ihrer Gründung 2013 hat sich die gemeinnützige Stiftung mit der Frage beschäftigt, wie Menschen, die flüchten mussten, umfassend und zügig bei ihrer Integration in das neue Lebensumfeld unterstützt werden können. Neben der persönlichen Begleitung und der auf das Gemeinwesen bezogenen Sozialarbeit wurde der Aspekt „Wohnen“ als zentraler Bestandteil für eine gelingende Integration identifiziert. In einem innovativen Modell konzipierten die Stiftung die Hoffnungshäuser.

Dafür entwickelten die Hoffnungsträger in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro andOffice aus Stuttgart ein Systemhaus in Holzbauweise. Bereits die Architektur verdeutlicht den Zweck des Gebäudes. Es soll Geflüchteten ein optisch ansprechendes Zuhause bieten und Geborgenheit vermitteln. Diese leitenden Gedanken gelten jedoch für alle Bewohner und nehmen das Wechselspiel der Grundbedürfnisse von Privatsphäre und Gemeinschaft auf. Die charakteristischen „runden Ecken“ des Gebäudes erinnern an die Wölbung von zwei Händen, die sich schützend um das Haus und die Menschen, die darin wohnen, legen. Der zentrale Baustoff Holz vermittelt eine warme und lebendige Atmosphäre.

Die Gestaltung der Räume entfaltet sich von den privaten Räumen über Begegnungsflächen hin zum Gemeinschaftsraum innerhalb der Wohnung, der Wohn-Ess-Küche, bis hin zum Balkon, der die Wohnungen einer Etage miteinander verbindet. Die gegenläufigen Balkone ermöglichen eine Kommunikation über die Etagen hinweg. Wo zwei oder mehr Hoffnungshäuser an einem Standort entstehen, werden auch diese Gebäude zueinander in Beziehung gesetzt und eine Brücke von Balkon zu Balkon geschlagen.

Das Grundstück, auf dem sich das Hoffnungshaus im Rohrackerweg befindet, hat eine Fläche von 1345 Quadratmetern. Das Gebäude besteht aus drei Vollgeschossen mit acht Achsen. Im Haus gibt es insgesamt sechs Wohneinheiten. Zwei davon sind für einheimische Familien reserviert. Eine Wohneinheit steht für eine geflüchtete Familie zur Verfügung, drei weitere als Wohngemeinschaften für Geflüchtete. Die gesamte Wohnfläche beträgt 675 Quadratmeter. Die voraussichtliche Bewohnerzahl umfasst bis zu 35 Personen.

Betreiber des Hoffnungshauses im Rohrackerweg ist die Stadt Esslingen. Der CVJM Esslingen setzt als Kooperationspartner der Hoffnungsträger das innovative inhaltliche Konzept des Hoffnungshauses um. Dabei werden bereits bestehende Angebote des CVJM für Geflüchtete einbezogen und die Brücke zu weiteren Angeboten geschlagen.

Axel Jeroma