Benefizkonzert Glenn Kaiser Band - Hoffnungsträger

Rockkonzert für Patenkinder in Kolumbien

Rockkonzert für Patenkinder in Kolumbien

Während ihrer Europatour hat die Glenn Kaiser Band in Leonberg in Baden-Württemberg ein Konzert der besonderen Art gegeben: Mit den aus freiwilligen Eintrittsgeldern stammenden Spendeneinnahmen unterstützen sie Kinder in Kolumbien, von denen Vater oder Mutter im Gefängnis sitzt. Den Kindern fehlt nicht bloß ein Versorger in der Familie, sondern ein geliebtes Elternteil. Menschen zu zeigen, dass sich das Leben zu jedem Zeitpunkt positiv verändern kann, ist Frontsänger Glenn Kaiser ein persönliches Anliegen. Als Teenager hat der heute Vierundsechzigjährige selbst erlebt, dass Hoffnung alles verändert. Von dieser Hoffnung erzählt er in seiner Musik.

Eine Frage der Einstellung

Wer den Musiker zum ersten Mal trifft, ahnt bereits, dass Rock ’n’ Roll Teil seines Lebens ist: langes graues Haar, schwarzes T-Shirt, großflächiges Tattoo am Oberarm und eine Stimme mit Bass. Doch wer hier an einen exzessiver Lebensstil denkt, liegt fehl: Glenn Kaiser trinkt keinen Alkohol, arbeitet als Pastor und lebt zusammen mit seiner Frau Wendi in einer aus dreihundert Bewohnern bestehenden Lebensgemeinschaft. Ziel dieser großen Gemeinschaft sei es vor allem, für andere Menschen da zu sein. “Meine Frau und ich wohnen in einem kleinen Zimmer mit dem, was wir zum Leben brauchen”, sagt Glenn. So finanziert die Lebensgemeinschaft zum Beispiel Wohnraum für etwa hundert ältere Menschen, die sich diesen nur schwer leisten könnten. “Oft wird nur geredet, aber nichts getan”, sagt Glenn. 

Aus Liebe aktiv handeln ist ein Grundprinzip in seinem Lebens. Deshalb unterstützt er mit dem Konzertauftritt auch die Hoffnungsträger Patenschaften, die Kindern durch konkrete Hilfe vor Ort eine gute Zukunft ermöglichen.

“Jeder braucht Hoffnung. Aber nicht bloß Geschwafel, sondern Menschen, die handeln.” — Glenn Kaiser

Exzessive Jugend

Die Jugend des Musikers sah ganz anders aus. “‘Sex, drugs and alcohol’ — das war mein Leben”, sagt er mit amerikanischem Akzent. Für andere Leute habe er sich nicht interessiert. “Ich war ein Experte, wenn es um Extreme ging.” Glenn fährt sich mit der Hand durch den krausen Bart, dann erzählt er weiter. Im Alter von dreizehn bis achtzehn Jahren sei sein Leben außer Kontrolle geraten. Dreimal habe er eine Überdosis genommen und einmal versucht sich das Leben zu nehmen.

“Und dann traf ich Jesus”, sagt er. Die Begegnung habe ihn von Grund auf verändert. Es folgte ein neunmonatiger Kampf des Aufs und Abs, ehe er von seiner Drogen- und Alkohol-Abhängigkeit vollständig loskommen sollte. Das ist nun fünfundvierzig Jahre her.

“Gott liebt dich, egal wie du bist oder was du tust. Und Gott kann dich positiv verändern.” Diese Botschaft will er auch in seinen Songs ausdrücken. Die Welt des Musikers hat sich verändert: In seinen bevorzugten Musikstil Rock haben sich sanftere Blues-Töne gemischt. War er mit der Anfang der 1970er-Jahren gegründeten “Resurrection Band” (zu Deutsch: “Auferstehungs-Band”) noch mit Hardrock unterwegs, verlagerte sich der Stil ab den 80er-Jahren in Richtung Rock, ehe der Blues folgte. Beide Einflüsse verbindet er heute in seinem Blues-Rock-Trio “Glenn Kaiser Band”. 

Darüber hinaus ist Glenn Kaiser als Solokünstler und Pastor aktiv. “In Gefängnissen in Ohio gebe ich Konzerte mit meiner dreisaitigen Gitarre — das nennt sich Gospel Blues”, berichtet er, während er dazu die Saiten einer Luftgitarre zupft, “danach erzähle ich von Jesus”.

Das Gespräch fand vor dem Konzert am 25. Juli im Seehaus in Leonberg, Baden-Württemberg, statt.

Von Marietta Steinhöfel

Infos zur Hoffnungsträger Patenschaft